Dienstag, Juli 04, 2017

eingestreut (1068): priests (tour)


ganz natürlich hat sich der ansatz autarken handelns in der musikszene durchgesetzt. produktion, booking, marekting, vieles lässt sich einfacher bewerkstelligen, als noch vor einigen jahren. doch was am ende an qualität herumkommt, steht auf einem anderen blatt. dass wir mit priests eine band in dieser weise vorstellen, hat vor allem damit zu tun, dass der vierer den spagat hinbekommen und mit "nothing feels natural" einen herausragenden erstling hingelegt hat. der changiert zwischen einer punkig-treibenden note und sämigem harmoniegewerk, vorgetragen von einer schickerigen wie anlehnungsbedürftigen stimme, gestützt durch ein gitarrenoffenes gerüst.
mehr als lohnend scheint also, sich diese band auch live zu geben. nachfolgend die nächsten daten in deutschland plus ein blick in die nahe zukunft, denn bereits im herbst schlagen die washingtoner wieder bei uns auf.



04.07.17 Trier (DE), Exhaus
05.07.17 München (DE), Unter Deck
06.07.17 Wien (AT), Rhiz

25.10.17 Köln (DE), Bumann & SOHN
26.10.17 Berlin (DE), Urban Spree
30.10.17 Freiburg (DE), Slow Club

Montag, Juli 03, 2017

konzert: kala brisella, 30.06.17


thurston moore machte sich vor einigen wochen via facebook auf die suche nach einer experimentellen deutschen kapelle und forderte seine follower auf, doch ein paar namen in die runde zu werfen. mancher meinte wohl, dass der kreativkopf, der aktuell sein neues album auf diversen shows im in- und ausland präsentiert, ein paar neue anregungen brauchte. doch weit gefehlt. der ausnahmemusiker, dessen name untrüglich mit sonic youth verbunden ist, suchte nach einem support für die drei deutschlandkonzerte. dass am ende kala brisella ausgesucht wurden, verstärkt den eindruck, dass moore auch noch einen ausgezeichneten musikgeschmack hat. der berliner dreier wurde also auch für münchen zu rate gezogen und dankte es mit einer brisanten, gewohnt energiegeladenen show. das münchner publikum wiederum gab zurück, mit aufmerksamkeit, jubel und teilweise mit einer offen zur schau getragenen überraschtheit. die wich entzückheit ob eines rasanten aufgalopps, mit dem man an dieser stelle nicht gerechnet hatte, da man lediglich die wartezeit bis zum auftritt der thurston moore group überbrücken wollte. kala brisella brachten sich in dieser halben stunde jedoch eintrüglich in erinnerung.


 die giftigen vocals jochen hakers, die satten schlagwerksalven anja müllers, die ihr spiel mit einer liebenswerten mimik unterlegt, die so krass im gegensatz zu ihrer fast schon aggressiven spielart steht, und schließlich die impulsiven bassriffs dennis deters taten ihr übriges. schließlich aber ist da noch das schneidige gitarrenspiel des frontmanns, das so sehr den sound der berliner band auszeichnet. es reisst und reibt sich, es treibt und schlenkert aus, und lässt sich doch nie beirren. wie überhaupt dieser dreier ohne wanken seinen weg geht. mit dem erstling "endlich krank" legen sie die seele bloß, lassen aber nicht aus, sich am leben zu erfreuen. dort, wo andere wehmut handeln, gehen sie mit gefühlen hausieren, die man lieber unter den teppich kehren wollte. und wer von thurston moore eingeladen wird, kann nicht so falsch liegen mit dem, was er tut.
danke an die brisellas! und an b.r. für die fotos!

Sonntag, Juli 02, 2017

eingestreut (1067): the lovebirds


the lovebirds trifft man in san francisco an, angelehnt an größen aus dieser area, aber auch an vorbilder der mitte neunziger fraktion fabriziert der vierer einen flink ins ohr gehenden powerpop, von dem man nur ungern lassen möchte. einige führen teenage fanclub an, andere müssen um pavement ergänzen, denn nur so hält die melodieselige suppe die balance, durch kraft und dynamik. "filled with hate" wird der erstling heißen und auf dem wunderbaren empty cellar records label erscheinen. die jungs von der company hatten die band durch mehr oder weniger zufall entdeckt und fuhren ordentlich auf den sound ab. die nächsten schritte richtung plattenveröffentlichung waren zwangsläufig. ging uns ja ähnlich. hier ein appetithappen, der auf der limitierten vinylversion um drei weitere tracks ergänzt wird.

Sonntag, Juni 18, 2017

eingestreut (1066): hollow coves / almost charlie / paul dempsey

sie nehmen den pop ins boot und bieten dem folk eine leichtigkeit, die man so bereits gezeichnet sah. doch eben noch nicht von hollow coves. die australische band legt mit "wanderlust" eine frische ep vor. bereits 2014 war "drifting", ebenfalls eine kurze, erschienen, danach gelang mit "the woods" eine hitsingle, deren sturmlauf die beiden protagonisten kaum wahrnahmen, weil sie beide jeweils auf reisen waren. harmonisch geht es hier zu und das ist manches mal nicht das schlechteste.



almost charlie verfolgen wir bereits einige jahre und hatten diverse aufnahmen in der mache. mit "a different kind of here" dürfen wir auf die frische landung eines neuen longplayers aufmerksam machen. die zusammenarbeit des musikers dirk homuth und des lyrikers charlie manson, der eine aus berlin, der andere aus new york, kulminiert in eine art gefühligpop, der trotz aller sanftheit und großmut ecken und kanten aufweist, erinnerungswerte momente sammelt und letztlich beweist, warum es die band bereits so lange gibt. das album erschien mitte juni auf words on music.



manchmal ist eben nur ein melodiefaden, ein moment, der die größe eines tracks, schließlich gar eines albums ausmacht. warum aber paul dempsey ausgerechnet "the true sea" an den anfang seines zweiten full lengths stellen musste, verstehe wer will. es ist ein ungeheurer song, rau, angemessen forciert und doch dynamisch, subversiv explosiv, ernsthaft und mit einer leichtigkeit, die ihn über den augenblick hinausträgt. der rest des im februar in hiesigen landen erschienen werks "strange loop" kommt an diese nummer des australiers nicht heran, macht aber nicht weniger her, wenn man auf diese hemdsärmlige art des poprocks steht. cleverer wäre startplatz zwei oder drei oder so...

Samstag, Juni 17, 2017

neue töne (1740): charles boyd


jemand wie charles boyd bezweifelt nicht die einsicht. er gibt sie unvermittelt preis. seine vita weist unter andem etliche langspieler auf, die er kostenfrei zur verfügung stellt. einen downloadklick ist man nur weit von der nach wie vor unerschlossenen psyche eines schizophrenen. so jedenfalls stellt sich der kanadier gern vor. einen schrecken kann er einem schon einjagen. sei es als beleuchtete fratze auf einem cover oder als unverhohlener freund der zugänglichkeit.
seine musik ist lofi, ist dabei unberechenbar, auf eine weise simpel, auf eine andere einladend und erfrischend. die orgel quäkt, als sei sie einem alleinunterhalter gerade unter den finger hinweg gezogen, die beats sind schlüssig und doch quietschig, wie aus plastik. der gesang fügt sich wie ein übergewichtiger sich zu seiner übergewichtigen legt. doch nur die liebe zum objekt zählt. boyd bewältigt dies mit der notwendigen ironischen distanz und ist doch zweifelslos im taumel seiner geschichten.

seine biografie ist eine wüste litanei aus fakten und erfahrungen, die er präsentiert, als würde sie erklären, warum er ist, wie er ist. am ende stilisiert sich ein ich aus vielen ichs, eines nach dem anderen ackern wir ab, um charles boyd verstehen zu können.
mir flatterten im laufe der letzten woche zwei cds ins haus. sie enthalten je um die zwanzig tracks, deren pointierte unterschiede zu filtern sind. hat man erst mal der entblößtheit einen namen gegeben, kann man unkontrolliert herr dieser waghalsigkeit werden. irre bleibt es allemal.
ausschnitt: im sommer 95, so schreibt boyd, verliert er seinen verstand. keine freunde, die ihm zur hilfe eilen könnten. er lebt zwar mit seinem vater zusammen, aber sie reden nicht miteinander. es ist der sommer, in dem das madonna-poster an seiner wand mit ihm zu sprechen beginnt.
fragt´mich, welches wort am häufigsten im vertonten vokabular von boyd vorkommt. meine antwort wäre: "fuck."

Sonntag, Juni 11, 2017

glotzt nicht so romantisch (797): mellow gang / iron & wine / house and land

der vierer aus london präsentiert mit "vendetta" einen video untermalten einblick in die neue ep "sebrigt arms", deren veröffentlichung ende des monats geplant ist, ein intensiv-schönes stück musik mit: mellow gang:



"beast epic" heißt das neue album von sam beam und es wird am 25. august auf sub pop erscheinen, vorab gibt es mit "call it dreaming" eine erste single nebst video zu bestaunen, die beigaben sind allen bekannt, und dennoch...: iron & wine:



schöne und mehr als passende ergänzung ist das video zu "the day is past and gone", der track zu finden auf dem debütalbum der beiden damen, zu veröffentlichen am 16. juni via thrill jockey, empfehlung: house and land:

Dienstag, Juni 06, 2017

neue töne (1739): earth girl helen brown


da ist so viel im köcher und jeden tag kommt etwas neues hinzu. aber da ist eben auch das leben und es spielt mit dir. keinen tag kannst du gewiss sein, dass planbar ist und bleibt, was du dir so zurechtgelegt hast. also gilt es, herausforderungen anzunehmen oder ihnen auszuweichen. zur zeit gilt auf jeden fall ersteres. nun kann man sich wenigstens einen passenden soundtrack zurechtbasteln. unter anderem gehörte auf einen aktuellen sampler earth girl helen brown, die jüngst auf empty cellar records veröffentlichte.

"mercury" schimpft sich die veröffentlichung sieht sich einer ganz besonderen schar von kollaborateuren gegenüber, die wir hier gern aufführen mögen, um Euch ordentlich ins bild zu setzen. nebenher sollte Ihr aber schon mal den player laufen lassen. mit an bord waren: the boogeyman (emmett kelley), sunshine lady (sonny smith), loro valiente (tahlia harbor), ziggy spec (ty segall), josé deseo (john dwyer), l.f.f. (tim cohen), jim win (james finch jr.), the former future (sean smith), and jasmine ivanov (jamin barton).

zum wundervoll entspannten, zwischen blues-americana und folkart changierenden album, heißt es seitens des labels: "mercury" is the first in a seasonal series tributing to our fellow solar satellites and benefiting organizations committed to popular planetary intelligence, energy management, communicative freedom and love. [...] all proceeds from the sale of this track benefit, in equal parts, the following organizations in their commitment to the cessation of fossil fuel use, the protection of shared resources, and the preservation of physical health on earth."
 hinter dem freundlichen moniker versteckt sich übrigens heidi alexander, an dieser stelle schon mal tausend dank für dein engagement, mädchen!

Sonntag, Mai 28, 2017

neue töne (1738): vorschau orange blossom special festival 21


es blutet das herz, aber es hilft auch kein lamentieren, es ist, wie es ist, wir werden in diesem jahr nicht nach beverungen fahren können. verpflichtungen, freiwillig ans bein gebunden, lassen uns mehr denn je zu pfingsten im hier und jetzt verhaften, gerade an jenen tagen, an denen wir uns sonst vogelfrei wähnten und entbunden von allem irdischen. nun denn, wir werden das fest, die menschen, die heiterkeit vermissen und vor allem einen ganzen batzen bands.
denn auch heuer ist das orange blossom special festival bestens besetzt.
wintersleep, schon lange im fokus, der rührige moddi als ein mutiges highlight gesetzt, die unstrittigen the desoto caucus, die eben erst als hochwertig eingestuften wayne graham, die ruppigen gurr, die fabelhafte julia jacklin, odd couple und und und viele alte bekannte. ach ja, wir hätten einiges für uns gefunden.
"inmitten all der pracht ertönen lieder, die nicht weniger ganzheitlich, nicht weniger anheimelnd, nicht weniger vertraut scheinen. alles, was einen bemüht macht, alles, was einem schnell zugänglich ist, schafft verbindlichkeit, als würde man in verantwortung stehen. die reife der lieder ziert eine art klassikerummantelung, als hätte nach fertigstellung ein ganz großer drübergeschaut, ein herr dylan oder so. nichts bleiernes, nichts fades, nichts, was nach ödnis riefe, hier stehen junge kerle, die wie alte klingen, deren weisheit keine aufgekochte ist, sondern eine, die vom leben abgeschaut in die runde getragen wird. so viel substanz, fast schon ungeheuerlich. und wer sich mit dem album "mexico" beschäftig, wird merken, welche tiefe es hat, welche reife die songs, welches schrittmaß sie angelegt haben." wayne graham in das klienicum
"die tage werden immer kürzer und die frühe dämmerung braucht solche stimmen. heranwachsende wissen genau, wovon ich rede, andere werden sich erinnern müssen." julia jacklin in das klienicum
"die ihn umschwirrende musik changiert zwischen freischwingender konzentration und energetischer ambition und hat, wie der treue begleiter v. wusste, progressives potential, wenn sie dem trotzen der instrumente nachgibt und anschwillt auf ein großer etwas, das bleiern über den köpfen hängen bleibt, um sich in wohlgefallen aufzulösen, während hunderte schmetterlinge auseinander stoben." moddi in das klienicum
 und so hoffen wir, dass Ihr eine schöne zeit verleben werdet, nahe bei den flüssen, allen flüssen. liebe grüße!

Samstag, Mai 27, 2017

glotzt nicht so romantisch (796): kala brisella


mitte mai erschien "endlich krank". nennen wir es freiwillig das debütalbum der berliner lieblingsband. das trio veröffentlichte passenderweise auf späti palace und legt nun mit "im quartier" ein neues video vor. verschärfte drangsal: kala brisella:

glotzt nicht so romantisch (795): rex orange county


unglaublich, dass diese nummer aus der feder eines gerade mal 18-jährigen stammen soll. sie ist so, ähm, erwachsen. zumindest was die musikalie angeht, da hätte auch jemand großes, berühmtes seine finger im spiel haben können "apricot radio" erschien im april: rex orange county:

Montag, Mai 22, 2017

konzert: wayne graham, 19.05.17


wenngleich wir durchgängig dem chaos anhänglich sind, so lassen wir uns am ende gern nachsagen, dass sich unsere konzerte als atmosphärisch wunderbar ins gedächtnis einprägen ließen. und wenn wir uns irgendwann auch auf einen namen in sachen location einigen werden können - bislang: gut galerie --> bienenorden --> bergschmiede - so werden wir jedoch stets mit unserem guten namen "wild honey concerts" sorge dafür tragen, dass das angebot ein rundum-sorglos-paket sei. sowohl was den künstler anbelangt, aber auch für unsere gäste (wenn ich allein an die vielen mampfenden münder denke). in sendling also wird es sich auch zukünftig nicht nur leben, sondern auch feiern lassen. dort in der pfeuferstraße, in der plötzlich eine ausbuchtung, ein vorderhof, geradezu wie ein aneurysma im blutgefäß prangt, unscheinbar zunächst, sympathischer werdend mit jedem schritt auf ihn zu. waren hier vor kurzem noch die hamburger von binoculers aktiv, standen am vergangenen freitag die von uns bereits hochgelobten wayne graham auf der bühne. ein brüderpaar, wie es der amerikanische folk nicht besser gebären hätte können. bärtig, aufgeräumt, geradezu gelassen und im moment des musikalischen ausdrucks dann konzentriert, nach innen abgewandt und doch voller seele und zuwendung. an den augenblick, an den song, an ihr publikum.



das hatte sich zwar spärlich eingefunden, am selben abend traten immerhin die lokalmatadoren von the moonband zum releasekonzert an, dafür aber mit erstaunlicher präsenz. nachdem die ersten nummern wohlwollend entgegen genommen wurden, erwies sich nachkommender applaus als geradezu euphorisch. ohne zwei zugaben ließ man das duo denn auch nicht nach hause.

der kleine galerieraum wird von illumination umhegt, wie zarte seifenblasen einen tagesausklang begeistern können, gierien hier die blicke nach den vielfältig leuchtenden zeichen, für die ein künstler der angeheuerten lokation verantwortlich zeichnet. inmitten all der pracht ertönen lieder, die nicht weniger ganzheitlich, nicht weniger anheimelnd, nicht weniger vertraut scheinen. alles, was einen bemüht macht, alles, was einem schnell zugänglich ist, schafft verbindlichkeit, als würde man in verantwortung stehen. die reife der lieder ziert eine art klassikerummantelung, als hätte nach fertigstellung ein ganz großer drübergeschaut, ein herr dylan oder so. nichts bleiernes, nichts fades, nichts, was nach ödnis riefe, hier stehen junge kerle, die wie alte klingen, deren weisheit keine aufgekochte ist, sondern eine, die vom leben abgeschaut in die runde getragen wird. so viel substanz, fast schon ungeheuerlich. und wer sich mit dem album "mexico" beschäftig, wird merken, welche tiefe es hat, welche reife die songs, welches schrittmaß sie angelegt haben.


von zufriedenheit war der abend gezeichnet. von einer freundlichkeit, die ausdruck fand in einem langen beieinandersein, obwohl die letzten klänge längst schon das weite suchten. doch der nachhall, den konnte man noch hören, als auf den bereit gestellten stühlen längst keiner mehr saß.
und so ward die welt wieder etwas runder, etwas freundlicher, etwas demütiger, ward erfüllt von einem sound, der uns zu menschen macht. es ruft nach wiederholung.

nachfolgendes video mit dank an music in motion.

Sonntag, Mai 21, 2017

neue töne (1737): the moonband


es ist kein eitel ding. wenn man sich entwickeln muss, gibt es unzählige triebfedern. der willen zu mehr. die künstlerische bedrängnis. das gemeinschaftliche erlebnis. the moonband, die vorzeige-folkpop-truppe der bayerischen landeshauptstadt, greift im sprichwörtlichen sinne regelmäßig nach den sternen. jedes mal, wenn es sich die band leisten kann, leisten will, betritt sie mit neuem material unberührte erde. denn entwicklung ist das ziel. und weil im benannten metier schon abgegrast ist, was man weite wiesenlandschaften betiteln kann, findet sich nur schwer ein ungekennzeichnetes kraut, ein abwegiges geviert. doch die müchner nehmen das wagnis an und katapultieren sich mit ihrem aktuellen album in eine neue dimension der folkloristischen leidenschaft.

die songs sind griffig und doch auch rund, auf den punkt arrangiert und lebendig, agil, voller dynamik. schnell prägen sie sich ein, die refrains trällert man alsbald mit und selbst nach der zwanzigsten umrundung wird man ihrer nicht müde. im gegenteil entwickeln sich die nummern zu nachgepfiffenem repertoire, wenn man am isen creek spazieren geht, wenn man durch die hallen seines arbeitsplatzes schlendert, wenn man beim einkauf vor dem überfüllten regal gelangweilt innehält. 


schon der opener "moonlight shadow" gibt vor, in welche richtung es fortan gehen wird. ein mäßiger stomp, die freudigen akzente der mandoline, der memorable leadgesang, rauh und unbelassen, straff am material und doch frei und ungebunden. wie sich das gesamte material des fünfers trotz durchaus betonter studioleistung als pulsierendes, druckvolles etwas darbietet, das sich immer wieder der reglementierung entzieht. "cold mirror hall" hat etwas hymnisches, glitztert an den flanken und ist doch so dezidiert ausgemalt, dass man immer wieder neu auf entdeckungsreise gehen kann. backgroundgesang, ein sanft gefasstes solo, hier fügt sich das eine zum anderen, in aller natürlichkeit eines nachvollziehbaren produktionsprozesses. the moonband haben nachgelegt, ohne sich in fallstricken zu verlieren.

wir dürfen "go brother go" mitskandieren, lehnen uns lächelnd an das milde zwiegespräch "what if?", das im stimmenwechsel perfekt funktioniert, wundern uns, dass das schlüssige "you are not alone" erst jetzt veröffentlicht wurde, es klingt universell und wie für die ewigkeit gemacht und bietet mit seinem aufbrausenden e-gitarren stakkato eine willkommene überraschung mehr. schließlich beweist "i can't wait no longer", dass the moonband vor allem auch eine livetruppe sind, denn der song fasst die atmosphäre eines absolvierten auftritts, gemeinsam mit dem publikum erntet man den lohn seiner tapferen arbeit.

noch einmal geht es sittsamer mit "blue soul" in die nächste runde, "the lightning" hebt das tempo an und feiert den harmoniegesang, bevor es mit "november" ein stilles gedenken gibt. wir befinden uns auf der schlussgerade und wissen dennoch, dass es ein leichtes ist, den finger erneut auf die wiedergabetaste zu setzen, die nadel erneut ins vinyl eintauchen zu lassen. doch geben wir vorab noch dem titeltrack "evil ghost" die ehre. etwas leichtes, spielerisches haftet ihm an, erdenschwere schüttelt sich ab. so hoffen wir mit!

the moonband haben mit "until the evil ghost is gone" ein kleinod entworfen. es ist eine einladung, an der entwicklung dieser ehrgeizigen wie kreativen band teilzuhaben. denn es ist am hörer, für den bestand dieser wundervollen lieder zu sorgen. nur so können aus nummern klassiker werden. es ist kein eitel ding. es ist beredtes zeugnis einer leidenschaftlichen musikerschar, die entwicklung gekonnt in die richtige richtung vorangetrieben hat. gratulation!

the moonband wird fleißig touren, infos findet Ihr u.a. hier: klick.

"until the evil ghost is gone" erscheint am 16. juni via rockville music, soulfood music distrib.

Montag, Mai 15, 2017

neue töne (1736): citizen nobody


die vorgehaltende lässigkeit ist konzentration, das understatement das einzige kleid, das im schrank zu finden war. genauso wie man sich den heimatort nicht aussuchen kann, in diesem fall ist das belfast. und so führt man das wort krieg schnell mal im munde. die rockversion von citizen nobody begnügt sich aber, wenige ingredienzien, die die nummern griffig machen. hier eine bluesabweichung, dort etwas rocksteady, stets das bewegliche schlagwerken, der blumige bass, die ambivalenten gitarren, dazu ein mutiger frontgesang. im forcierten aufgalopp schwankt man zwischen begeisterung und dem sich völlig vergessen. doch dann haut die dreiköpfige band eine bridge dazwischen, dass man urplötzlich die bremse durchtritt.

an drei tagen in einem durchschnittlichen studio aufgenommen, bietet das selbstbetitelte debütalbum so viel abwechslung, wie sie anderen truppen in ihrer gesamten karriere nicht gelingt. "sukhavati" etwa konnte man nicht erwarten. fast schon launisch, spielerisch, mit ambienten anleihen nach hinten raus. "little blue necklace" wird im walzertakt zelebriert, wunderbar wie die gitarre dazwischen schlittert, wie besonders sich die vocals zeichnen lassen, ein wenig exaltiertes gitarrensolo komplettiert die gestochene nummer. "apolitical" hat eine aussage und eine treffende pianonote, wie da insgesamt einfach mehr ist.

vielleicht weil die drei die geschichte ihrer geteilten stadt einbringen, vielleicht weil sie eben auch aus verschiedenen teilen dieser stadt kommen, vielleicht weil sie nicht auf ruhm und ehre aus sind. vielleicht. die musik von citizen nobody hat einen charakter.

Samstag, Mai 06, 2017

eingestreut (1065): wayne graham


bevor ich Euch mit einem haufen hintergrundinformationen und -gedanken überlade, hier die fakten: wayne graham spielen am 19.05. in der bergschmiede, ehemals gut galerie, in der pfeuferstraße 38, münchen. das konzert wird so gegen 20:30 uhr starten. vorab erwarten wir Euch aber bereits auf einen plausch, einen gedankenaustausch, auf ein kennenlernen, auf häppchen, auf das beste in sendling.
es ist uns eine riesenfreude, das duo für uns gewinnen zu können, um in dieser irgendwie halbprivaten und doch offenen welt der berschmiede aufzutreten. nun aber zum rest:

die jungs muckern schon eine halbe ewigkeit, obwohl sie die zwanzig gerade eben oder erst vor einer weile überschritten haben. doch kaum dass sie laufen konnten, begleiteten sie den vater in die von ihm gegründete kirche und schlugen auf schlagzeug und bass erste eigene töne an. das blieb so, denn es galt sich wach zu halten in einer gegend, die alles andere als inspirierend und anregend war. lasst Euch mal bei gelegenheit whitesburg, kentucky, durch den kopf gehen.  
vielmehr überrascht aber werdet Ihr von diesem gediegenen, zugänglichen sound sein, den die herren hier anschlagen. das ist deutlich erwachsener, als man vermuten könnte. und doch hat diese musik einen ganz eigenen segen, der über dir das kreuz zu schlagen weiß. evtl. ist es auch der angeschrägte harmoniegesang im folkig countryesken zuhäusl oder die sensende gitarre, auf die man die ganze zeit wartete und die dann spät, aber gewahr den schlag aus der jeans zu bügeln hat. du verstehst? mehr noch, aber geduld. erst die platte, dann die konzerte. bis dann. das klienicum, 07/16
macht also die tore auf, die türen weit für diese talente!
tiefenentspannt und doch die ganze chose am gängelband, den jungs kommt gar nichts aus. erst recht nicht die widerrufsfreie melodie, das fesselnde riff, der kundenbindende refrain. der bass scheuert, die e-gitarre wagt sich für einen moment nach vorn. fix an den laustärkeregler, da pulst eine einträchtige, countryfizierte nummer, die ein johnny cash locker im folsom prison hätte vortragen wollen. beleibt der klangkörper, wohlfeil das arrangement, die slide beflügelt, der harmoniegesang stolz. und ja, mein gott, es gibt parallelen zu den frühen wilco, etwas ungestümes ist beiden anheim, der verschreckt nasale gesang, die beteuernde instrumentierung, da worte noch unterm schleier formuliert wurden, sicher ist nur der nächste schritt. aber diese jungs hier sind alles andere als kopierende kasperlköpf. sie fabrizieren hausnummern, weil sie lange klingeln geputzt haben und geschichten zu erzählen wissen, die man nur kennt, wenn man sich in der welt und an ihren ausläufern bewegt hat. 
etwas ungezwungener geht es ja auch, eine wende, hoppala, so grintig und pelzig, so fast verwegen und mutig und etwas aus der spur. doch stets mit dem segen dieses folk-, blues-, whatever- gottes, der ein auge auf solch konzentriert wagemutige hat. einigkeit ja, wenn der rock 'n' roll nicht durch manche nunmer fegte, das schlagwerk lustvoll schepperte und die gitarre krachte und die stimme nicht hochgepitcht würde.
geradezu durch die scheibe geschubst, als riefe jemand jeweils nach einer neuen spielart und die burschen antworteten jederzeit behende. mitschunkeln? klar, hier! das klavier im stillen honkytonk, die orgel jammert, der sänger frönt. einen stampfer gefällig? bitte sehr! rough und gezeitentauglich das mass, mit dem vorangeschritten wird, das kann beim besten willen nicht die musik von twenties sein. oder?
man kann k& f records (im zusammenspiel mit hometown caravan) nicht genug danken, dass sie uns wayne graham nahe zu bringen wussten, denn eine unmittelbare veröffentlichung dieses albums "mexico" in europa war nicht zwingend vorgesehen. aber unsere freude daran. ganz im hier und jetzt, angefüllt mit den feinsten zutaten, die der americana und all seine ausläufer zu bieten haben und mit der ungezwungenheit versehen, die eine jugend in den 10er jahren auszeichnen kann.
die brüder haben sich nach ihren großvätern benannt, dem herrn wayne miles und dem herrn graham kincer, eine geste.  sie sagen: "our music is about family, when you take a listen you become part of the story, because we sing about the joys and trials that every family faces."
vinyl und cd gibt es hier.

Donnerstag, Mai 04, 2017

neue töne (1735): br'lâab


so unverschlossene sounds, einnehmend in ihrem offenbarungscharakter, als gäbe einem der kellerschlund ohne umwege frei, was das auge natürlicherweise erst nach einer gewöhnungsphase entdecken kann. doch wirken die klangmuster zunächst blutleer, wie der versuch einer bebilderung von zuständen, die man selbst noch nicht erlebt hat. doch fügt man das schlitternde klingen und die zaghaften melodien, das statische und das mäandernde zueinander, gerade so, wie es einem im prozess des entdeckens gelingt, und dieser beginnt immer wieder neu, dann wird zwingend, was man zunächst missachtete. das konzept experiment sieht nicht vor, dass man alsbald im chor mitsingen, mitpfeifen, mittönen kann. aber es behält sich vor, dass man einem abschnitt hier, einem dort folgen kann, dass sich momente der kunst im wiederschein des betrachters zum wohlgefallen formen, gar verstanden werden. sinnsuche mitnichten. verfügen wir jedenfalls für "moloch 50". doch schon der "brimstone foxtrot" führt uns galant hinters licht. kratzig die verschossenen jahre des beginns des vergangenen jahrhunderts auf rille gebracht und hier zurückgeworfen als tristen und damit umso einnehmenderen bettelgesang.

"molochville", der titeltrack des aktuellen werks von brecht ameel, der seine studiokompositionen üblicherweile unter dem moniker br'lâab darbietet, scheint für auflösung zu sorgen. die frei (-zügig) gestaltete solo-gitarren-fahrt ist schlüssig, schussern, als wäre einem im murmelspiel ein lauf gelungen, eine partie nach der anderen wird gewonnen. zwei weitere tracks ergänzen das überschaubare, dafür aber umso trefflichere kompendium, das auf tape im april auf dem wunderbaren ana ott label erschienen ist. die kassetten gibt es für einen fünfer, vielleicht ist noch ein restbestand für Euch vorhanden. zugreifen!

Mittwoch, Mai 03, 2017

neue töne (1734): michael valentine west


wenn es ins sphärische, ambiente geht, verlieren sich schnell konzentration und aufmerksamkeit. häufig entflirren die gedanken in andere hoheitsgebiete und die eigentlich zu geniessende, zumindest im moment zu rezipierende musikalie wird in den hintergrund gedrängt. sollte die gewaltfreie expression aber dauerhaft binden, und wir sprechen hier von stücken, die die 15-minuten-marke schneiden, dann sollten wir dem detail oder den akzenten nachstellen, die dafür verantwortlich zeichnen. im fall von michael valentine west ist das alles andere als einfach, beglückt uns der musiker doch mit einer breitgefächerten soundlandschaft, die immer wieder stolze momentaufnahmen einfliessen lässt, die kaum den charakter verändern wollen, jedoch die bindungskraft erhöhen. an- und abschwellendes, drone- durchflutetes, string- bewährtes, harmoniengeschleudertes und doch wie aus einem guss. ein in sich ruhendes gewerk, das doch nicht frei von bewegung, nicht von interessen ist. sich neu zu erfinden, der inneren unruhe ein ventil zu weisen, um beständigkeit auf diese weise zu zelebrieren - der letztlich leidenschaft entsteigen kann. ein dem genre nicht zwingend immanentes motiv: "another alice".

mit "close your eyes" wird der musikalische komplex kleinschrittiger, vehementer und behält dennoch in allen bereichen die kontrolle aufrecht. ein infizierender elektrodialog. "on/off" schließlich verwaltet einen technoiden beat unter berücksichtigung transformativer, metamorpher schnittstellentauglichkeit.
ana ott hatte bereits 2014 ein michael valentine west album zu verantworten ("code 17 abstraction") und hat gut daran getan, den kontakt aufrecht zu erhalten, um neue, gemeinsame wege zu gehen. "von bock strasse 18", so der titel des aktuellen werks, erschien am 24. märz als kassettenrelease auf dem qualitätsbewussten label.

Dienstag, Mai 02, 2017

eingestreut (1064): mount hawk


mit mount hawk treffen wir auf einen alten bekannten. oliver lichtl, der sich unter dem moniker uphill racer einen namen gemacht hat, nahm sich ronny kleber zur seite und bildet mit diesem nun das neue, alsbald eingeschworene duo. während letzterer zur gitarre greift, hat sich der multiinstrumentalist oliver auch noch das cello draufgeschafft. dessen besondere klangeigenschaften hatten es ihm schon lange angetan. erste songs haben die beiden bereits eingespielt, ein video wurde gedreht und in bälde darf man noch mehr erwarten. wir freuen uns über die intimen und ungeschönten momente, über die ernsthaftigkeit, die nachhaltigkeit birgt und zugleich vorfreude auf immer mehr davon. wenn die brüche sichtbar bleiben, wenn der mut durch diese mittelbare eintracht belohnt wird, dann begleiten wir prozesse gern.



Montag, Mai 01, 2017

glotzt nicht so romantisch (794): tv dinner education


es sollte immer einen weg geben, sich auch außergewöhnlicher musik seriös zu nähern. tv dinner education bieten dabei sicher einiges auf, um der auseinandersetzung mit ihrem kunstwerk ein krönchen aufzusetzen. die aktuelle single "little birds" bringt vieles auf den punkt, was das dada-duo auszeichnet. hier wird mit einer spielzeuggitarre gearbeitet, die die verschränkten harmonien genauso transportiert wie die verrückten synthieschleifen. hinzu fügen sich tempo-verzögerungen und modulationen unter anderem durch ableitungen auf tapes, die dem klangbild hinzugefügt werden.

tv dinner education sind julesy bejbi und loti solovitsky, das aktuelle video (premiere hier!) verantwortete peter larsson. die aufnahmen zu little birds entstanden 2015 und wurde am 07. april via 8tta7ou auf einer 7" herausgebracht.

bewunderswert empfinde ich die symbiose aus unberechenbarkeit und scheu vor der konvention und der zugleich manischen anlehnung an rhythmus, taktung und melodisches konzept. hier findet sich jeder wieder, der strukturabenteurer, aber auch klangästhet sein will.

Sonntag, April 30, 2017

eingestreut (1063): yellow teeth


anfang april hat es das hervorragende album endlich auch zu uns geschafft. wir formulierten bereits im herbst des vergangenen jahres:
die wege aus der schweiz ins hiesige germanien können manchmal verschlungener sein, als man glaubt. da bringt im sommer eine eidgenössische band ein album heraus, das erst im frühjahr des kommenden jahres bei uns erscheinen wird. kein witz. naja, braucht ja schließlich label, vertrieb etc. im internetzeitalter muss man sich damit aber nicht zwingend aufhalten. yellow teeth, so die truppe aus sion, stellte das werk bereits früh auf ihrer bandcamp seite aus. und da möchte man wahrlich nicht warten müssen. dieser süffige americana muss flink zum launigen begleiter werden, den belass ich an meiner seite. die truppe spielt, als würden sie den weiten landschaften amerikas entstiegen sein. so gelassen, so gefällig im besten sinne, so entspannt ist der vortrag ihrer folkinfizierten nummern. griffig das gitarrengewerk, gern in soli stossend, die rhythmik gemessenen schritts, der gesang tief gegründet. denn da setzt tiziano zandonella an, der über ein organ verfügt, wie man es höchstens noch aus der stammkneipe weit nach mitternacht kennt. der endzwanziger aber ist klaren geistes und schreibt seit eineinhalb jahrzehnten an seinen songs. und wer wäre prädestinierter nach den sternen zu greifen als einer, der seine masterarbeit über texte von joni mitchell, leonard cohen und neil young geschrieben hat.
muss nicht klappen. tut es aber. mit dem zweiten album "rags and pearls" verwebt der fünfer aus tiziano zanondella, jeff albelda, justine salvadori, yvan broccard und charlotte vuissoz einträgliche melodien und ideen von grenzenlosigkeit in landschaft und gedanken zu einem schwerelosen mix, der halt nur bei sich selbst findet. denn so eine lichte melancholie hat noch keinem auftritt geschadet. es heißt, dass die band in kleinerer besetzung nach der deutschland veröffentlichung auch auf tour gehen wird, zu dritt, eher akustisch, denn elektrisch, das wäre auch was für hauskonzerte. was denkt Ihr? bis dahin überlassen wir Euch einige pretiosen aus dem programm der nachbarn.
heute verweisen wir gern noch auf ein paar restdaten des vierers in hiesigen landstrichen:

02.05.2017 Hamburg, Freundlich & Kompetent
03.05.2017 Düsseldorf, Im Csikos (Stadtklang Konzert)

Montag, April 24, 2017

ein (p)fund mp3 (547), teil 2

feiner stoff mal wieder aus griechenland, direkt aus athen kommt uns das zweite album "hotshots" der band entgegen, das qualitätslabel inner ear records hat das gerät auf den markt gehievt, jetzt seid Ihr dran: whereswilder:


starkes neues material von der musikerin aus vancouver, mit "crickets" legt sie in bälde ihr siebtes album vor, experimental folk, chamber pop, was auch immer, stets an den zentren der empfindsamkeit, wir dürfen hineinhören: ora cogan:


die achtköpfige band aus brooklyn bietet post-minimalist-baroque-folk-rock auf und zudem mit "gently among the coals" ihren erstling im selfrelease, veröffentlichung mitte mai, wir testen mit Euch an: threefifty:


ein feines debüt legt der junge man aus liverpool vor, erscheinungstermin war bereits der 07. april via the label recordings, interessant, dass an dieser stelle bereits namen wie the beta band auftauchen: ali horn:


der japanische vierer drängt mit seinem siebten album "nyctophilia" seit anfang april auf den markt, mittlerweile wurde bereits der uk mit tourdaten beglückt, zeit wird es, dass auch good old germany dran ist, hier der frischeste singleerguss: taffy:

ein (p)fund mp3 (547)

das besondere, atmosphärische bekommst du beim jungen burschen aus newcastle garantiert mit geliefert, hier mit neuer nummer zur amsterdamer flaniermeile im grünen, seit mitte april gibts eine neue ep auf tipping point records: jake houlsby:


das trio aus la legte gerade ganz frisch eine erste ep vor, "ram jam" lässt keinen zweifel daran, dass man sich auf "pinky pinky" freuen kann, denn es hat garstige vorbilder, die stets die kurve richtig, denn mit dynamik und druck bekommen: pinky pinky:


gern heben wir auch john andrew fredrick aufs tableau, der nicht nur ping pong spieler ist, sondern musik macht, bücher schreibt und darüber referiert, mit seinem neuesten hieb hat er immerhin sein fünfzehntes werk an den start gebracht, bekannt als: the black watch:


die truppe stammt aus leeds und hat sich dem shoegaze verschrieben, das kann gefahrlos passieren oder aber wie in diesem fall durchaus mit risiko, verwandte könnten wir dennoch benennen, Ihr auch?, die neue single heißt echoes, anbei: colour of spring:


die aktuelle ep hört auf "made simple" und erschien am 14. april, ganz so einfach macht es sich das londoner quartett aber nicht, im gegenteil, und das epische "dust" sollte dies beweisen, "post apocalyptic indie-jam" nennen es: childcare:


ein spannendes debütalbum namens "wild fiction" brachte der junge produzent, komponist und musiker aus el salvador an den start, die kreuzung aus verschiedensten stilen hat vor allem in diesem track funktioniert: ar ferdinand:


Priests
06.06.17 Esslingen (DE), Komma
07.06.17 Darmstadt (DE), Oetinger Villa
08.06.17 Hamburg (DE), Hafenklang
09.06.17 Dresden (DE), Scheune
10.06.17 Berlin (DE), Torstrassenfestival
28.06.17 Zürich (CH), Rote Fabrik
29.06.17 Leipzig (DE), Spelunke
04.07.17 Trier (DE), Exhaus
05.07.17 München (DE), Unter Deck
06.07.17 Wien (AT), Rhiz

Hand Habits
25.04.17 Berlin (DE), ACUD
03.05.17 Zürich (CH), Rote Fabrik
04.05.17 Nyon (CH), La Parenthèse
05.05.17 St. Gallen (CH), Tankstell
06.05.17 München (DE), Hauskonzerte

Sonntag, April 23, 2017

glotzt nicht so romantisch (793): waxahatchee


"silver" sollte fürs erste ein guter hinweis auf das am 14. juli erscheinende neue album von katie crutchfield sein, es ist ihr bereits viertes album unter dem besonderen moniker und das zweite, welches auf merge veröffentlicht wird, zu "silver" ließ sie sich entlocken: "it’s about self-examination and the different shapes that takes, good and bad. i wanted it to be abstract and poetic, but i also wanted to align it with the other songs on the album, since they’re all so connected lyrically.": waxahatchee:

Samstag, April 22, 2017

glotzt nicht so romantisch (792): wesley gonzales


an der nummer "i am a telescope" mag ich ja eine ganze menge, den ausdrucksstarken gesang, die wüste orgel und vor allem auch den blick zurück, der track gehört auf das solodebüt "excellent musician", das am 30. juni auf moshi moshi records erscheinen wird: wesley gonzales:

Dienstag, April 18, 2017

glotzt nicht so romantisch (791): the moonband


"[...] so i play little tricks, little tricks / distracting your soul / i play little tricks, little tricks / until the evil ghost is gone / until it's gone."

fast versöhnlich schließt das aktuelle album der münchner moonband, das mit "until the evil ghost is gone" den mittlerweile fünften full length release vorzulegen in der lage ist. das quintett scheut sich dabei vor entwicklung nicht und ergänzt das akustische instrumentarium um bspw. einen granular synthesizer. das gewohnt akzentuierte klangerlebnis geht dabei nicht verloren, wie auch der an den schluss des albums gesetzte track "evil ghost" beweist. zwischen kargen und vollmundigen momenten changierend greift die treue zum folkloristisch unterminierten, lebt die liebe zur gemeinen harmonienlehre.
das album erscheint mitte juni via rockville music, in bälde dann auch mehr von uns dazu.
und: eugen, wenn ich mal einen film drehe, ich engagiere dich vom fleck weg. 



28.04.17 D-Oberaudorf @ Rolleria
29.04.17 I-Merano BZ @ Ost West Estovest
30.04.17 A-Katzenberg @ Schloss
05.05.17 D-Augsburg @ Bob’s Fast and Slow
06.05.17 D-Stuttgart @ Cafe Galao
13.05.17 D-Obermarchtal @ Kreuz
18.05.17 D-Regensburg @ Dudes 4
19.05.17 D-München @ Theaterfabrik
20.05.17 D-Bergen @ Ladenbergen
24.05.17 D-Kusel @ Schalander
27.05.17 D-Darmstadt @ Goldene Krone
17.06.17 D-Ingelheim @ Eurofolkfestival
21.07.17 D-Wörthsee @ Raabe am See
12.10.17 D-Stuttgart @ Kap Tormentoso
19.10.17 D-Dresden @ GrooveStation
20.10.17 D-Chemnitz @ Lokomov
26.10.17 D-Frankfurt a. M @ Elfer
09.11.17 A-Wien @ dasBach
11.11.17 A-Linz @ Sputnik

Montag, April 17, 2017

neue töne (1733): grace sings sludge


im oktober 2014 hatten wir bereits einmal berichtet, da hieß es:
das nachstehende video "difficult to luv" nutzt den opener des selbstproduzierten albums von grace cooper von the sandwitches, um mittels bewegter bilder die dame ins rechte licht zu rücken. empty cellar records hat sich ihrer angenommen, um das mittlerweile dritte album in homemade machart unter seine fittiche zu nehmen. der zehntracker hört auf "red light museum" und ist nachfolger von "this time it's personal" und "last year's friend". mittels sparsamster, aber stets direkter instrumentierung gelingt es grace (unter scharfer monikerflagge) stets ihre nie uneindeutigen geschichten in sachen himmel und hölle des lebens an den mann zu bringen. nachdem die ersten beiden ihrer releases auch auf kassette erschienen waren (secret seven records), folgte diese veröffentlichung dem selben muster. wir empfehlen.

das neue album heißt "life with dick" und gibt mit "a man doesn't want" einwandfrei vor. grace cooper aka grace sings sludge kämpft um die unmittelbarkeit, die wahren momente. die liebe gibt sie her und nimmt sie schnell auch wieder. wer geliebt wird, muss um den erhalt derselben kämpfen. rau greift die e-gitarre ab, während sich cooper die seele aus dem leib schreit. die wunden, die verzweiflung bahnen sich ihren weg. songs, stark, wie wir sie von the sandwitches kennen. in der albumbeschreibung heißt es, das band sei wie ein dachbodenfund, zeitlos, den man am besten zurückgezogen, ganz für sich hören sollte. 
"life with dick" erscheint anfang juni auf empty cellar records.


Sonntag, April 16, 2017

neue töne (1732): la colonie de vacances


was für ein grandioses produkt. mal davon abgesehen, dass ich irgendwie auf 10inch formatiges stehe, bietet kythibong zur veröffentlichung von "la colonie de vacances" auch noch ein buch auf, um während des spannungsgeladenen musikgenusses auch noch ein bißchen beizublättern. aber he, mal von vorn. bei dem release handelt es sich um ein besonderes projekt, denn mit la colonie de vacances treffen wir auf gleich vier bands, als da wären electric electric, marvin, papier tigre und pneu, die allesamt gleichzeitig auf vier verschiedenen bühnen rund um das publikum herum spielen. eine irre geschichte, die den tonaufnahmen nach funktioniert haben muss/wird. denn jene sind klasse. vier tracks, die die schnittstelle zwischen jazz und artrock beackern, die instrumentelle parts aufbieten, die in ihrer explosivität und dynamik alleskönnern in nichts nachstehen. erscheinen wird das teil am record store day, dem 22. april via kythibong records, murailes music und super loto editions. sehr empfehlenswert. nachstehend die shows dazu.



may 25 2017 STRASBOURG - festival pelpass - jardin des deux rives
may 26 2017 PARIS - villette sonique - espace périphérique
may 27 2017 VEVEY - rkc - hors les murs
oct 06 2017 CHATEAU GONTIER - le carreau - scène nationale

Samstag, April 15, 2017

ein (p)fund mp3 (546), teil 2

spannendes debütalbum auf wiaiwya, mit "deerful" legt die junge londonerin elf ambitionierte tracks vor, zwei jahre nachdem sie ihr ersten song geschrieben hat, wir dürfen in "subjects of our love" hineinhören, veröffentlichung ist anfang juni: emma winston:


man könnte ordentlich auf den putz hauen und hier die angesagteste griechische rockkapelle ankünden oder aber nur auf das ende april erscheinende album "freaktown" (inner ear records) verweisen und einen beispieltrack hinterlassen: a victim of society:


das quintett aus leeds setzt auf artpop, ohne die richtung zu verlieren, mit "dust" geben sie eine neue single preis, die nicht mit dynamik spart, unterm strittigen soundkleid lugt zudem deutlich das harmoniengerüst hervor: the golden age of tv:


hören wir beim schweden rein, der mit "overwhelmed" seine erste single aus dem kommenden debütalbum vorlegt, unterstützt wird er hierbei von den jungs von adore music aus göteborg, der rest ist musik: erik fastén:


dieser finne fischt in gänzlich anderen gewässern und lässt dennoch zu, dass man sich nicht verschließen möge, mit "house of fire" lädt er zu seinem release "amen 3" ein, das am 02. juni auf svart records erscheinen wird: mikko joensuu:


ein lieblingslabel mit neuigkeiten, am 02. juni wird auf drawing room records "the narrows" erscheinen, wir bekommen vorab "ride the midnight home" zu hören: united waters:

ein (p)fund mp3: (546)

es ist die bereits dritte single aus ihrem neuen album "waiting for lifetime", das am 14. april erscheinen wird und gemeinsam mit nicolas vernhes in brooklyn aufgenommen wurde, der hatte u.a. schon war on drugs oder animal colective unter die fittiche genommen: splashh:


der junge songwriter aus hartlepool mit einer satire über geschlechterrollen, "dream person" ist eine frische aufnahme und vereint den musiker mit sechs kollegen, die der nummer aussagekraft und dynamik verleihen: james leonard hewitson:


das neue album "some twist" ist auf den 16. juni terminiert, wir hören in "light that ever" hinein und geben uns dabei der hoffnung hin, dass der rest des full lengths mindestens ähnlich gut sein wird, die veröffentlichung auf full time hobby: michael nau:


neuer track und damit auch aussicht auf ein frisches album im mai von der band, die letztes jahr so fulminant mit "soft days" vorlegte, wir freuen uns und reihen Euch gern mit ein: sea pinks:


moshi moshi records veröffentlicht im mai die ep "kewali" und verweist damit auf eine rührige musikalische mischung, die uns die aus bahrein bzw. london stammende truppe darzubieten in der lage ist, ein beispiel gefällig: flamingods:


"folklore" heißt der neue longplayer, der ab dem 26. mai auf gare du nord records zu haben sein wird, das elaborat aber wird sich deutlich strenger, rauer gerieren, und das ist durchaus gut so, have fun: matthew edwards & the unfortunates:

Freitag, April 14, 2017

glotzt nicht so romantisch (790): robotra


by marlen schieder

"eclectic" heißt das neue album des dreiers aus österreich, daraus veranschaulicht das nachfolgende video den track "phased out", der release erscheint am 21. april auf kassette, verantwortlich zeichnen numavi records und wilhelm show me the major label, der einstieg in diese veröffentlichung wird einem aber auch einfach gemacht, tolle nummer abseits von kriterien: robotra:

glotzt nicht so romantisch (789): hazel english


"more like you" ist ein wunderbarer einblick in ihren neuen release, überraschenderweise eine 2 ep veröffentlichung, "just give in / never going home" erscheint auf polyvinyl records und marathon artists, gebt der jungen amerikanerin eine chance: hazel english:

Montag, April 10, 2017

neue töne (1731): korey dane


red die scheiße von echtheit und alter schule und davon, dass die schwarz-weiß-bildchen erinnerungen heraufbeschwören, bei denen es dir warm ums herz wird. aber es geht ja gar nicht um dich. es geht um den sound und die wesenheit, die ihn kenntlich macht. und klar, um kontext und all die vermaledeiten einschlüsse, die dir deine individualität aufzwingt. damit musst du allein zurecht kommen. es finden sich parallelen und etliche abweichungen. zwänge, vokabeln, noten. rezeption deiner couleur. allein bist du damit und möchtest teilen. liebe springt nicht auf zuruf.
korey dane möchte seinen zweitling an den start bringen. "half asleep" beschwört alles mögliche, zunächst aber ist es schlicht und leicht und vergänglich. wenn es da nicht diesen nachhall gäbe. "chamber girls" ist der nachfolger des 2015er albums "youngblood" und wird am 02. juni auf innovative leisure erscheinen. der sohn einer englischlehrerin und eines autonarren nahm früh die gitarre zur hand und mitsamt dieser, ein paar schallplatten und einem stapel bücher entführte er sich selbst in das alte amerika. etwas von diesem geist spürt man auch in der musik des jungen kerls.
hier eine zerbrochene beziehung, dort eine neuentdeckung. das leben, wie es mit dir spielt.

Sonntag, April 09, 2017

glotzt nicht so romantisch (788): timber timbre / lake / kamikaze girls

"sincerely, future pollution" ist seit dem 07. april draußen, einen albumtrack, der zudem in bewegte bilder übersetzt wurde, dürfen wir anreichen: "grifting" heißt er und wurde künstlerisch wertvoll dargereicht: timber timbre:



tapete records hat sich des unstrittigen kollektivs aus olympia angenommen, die indiehelden veröffentlichten am 07. april ihr neues album "forever or never", das mit "magazine" einen in allen belangen schicken track beinhaltet: lake:



schön krachledern kommt uns dieses duo aus leeds daher, das ungleiche paar bietet mit der single "berlin" einen vorboten dar für das kommende album "seafoam", welches im juni auf big scary monsters bzw. wiretap records erscheinen wird: kamikaze girls:

Mittwoch, April 05, 2017

glotzt nicht so romantisch (787): kala brisella


endlich mal ein ordentliches foto.
der spannungsbogen ist eh gezogen! denn ein neues album, nennen wir es, wie es offizieller natur ist, das debütalbum "endlich krank". kala brisella veröffentlichen auf späti palace. fans der ersten stunde sind wir. und bleiben ungehalten treu.

Montag, April 03, 2017

neue töne (1730): eivind opsvik


eivind opsvik hatten wir hier schon ab und an in der mache. zu recht. der new yorker bassist ist einer der besonderen art und gehört gefeiert. so nahmen wir sein projekt opsvik & jennings genauso unter die lupe wie etwa auch die zusammenarbeit mit der fotografin michelle arcila (klick). daneben gilt es vor allem auf die "overseas" getaufte unternehmung hinzuweisen, deren fünftes album nun erschienen ist. mit tony malaby (tenor sax), brandon seabrook (guitar), jacob sacks (pianos) und kenny wollesen (drums) hat opsvik eine fantastische gruppe um sich geschart, mit der er durch den neun tracks anwährenden zauber schiebt. es ist eine leichte wie tiefgründige angelegenheit, bei der man sich schnell in einem cinematographischen taumel wiederfindet. organisch fühlt sich die soundlandschaft an, wie für menschenhand gemacht, als könne man sie sich noch weiter formen, als würden die protagonisten nur vorlagen liefern, die sich in den phantasieräumen bearbeiten lassen. kammermusikalisches trifft jazzfreudiges, popläufe unterlegen dramaturgisch aufbereitetes.
feinsinniges, feinfühliges mäandern, strukturfreies losgelöst sein und dann doch ein sich wiederfinden und eine einvernehmlichkeit. auch derer man erst herr werden muss. die präzision, die dynamik, es ist ein fest hier mitzugehen. so offen, so verständlich, so ernsthaft und mutig!
ein beispiel für Euch, der rest findet sich via bandcamp.

Sonntag, April 02, 2017

glotzt nicht so romantisch (786): chastity belt


mit "different now" präsentiert uns die band ihre erste neue single aus dem kommenden album "i used to spend so much time alone". "different now" ist ein überraschender ausblick auf das im juni erscheinende werk, das bei hardly art records veröffentlicht werden wird. die nummer ist entspannt, vollführt an kreiselnden e-gitarren einen brisanzfreien tanz ums offene feuer. wir erkennen dennoch den biss, der sich allein stimmhaft kenntlich macht: chastity belt: