Montag, September 26, 2016

eingestreut (985): off world


den kanadier sandro perri kennen wir nicht nur als solokünstler, sondern auch aus einer menge mehr zusammenhängen, kollaborationen. nicht zuletzt mit m j silver, drew brown und susumu mukai gab es häufige übereinkünfte, die materialwelten zum ergebnis hatten, die in ihrer fülle gleich drei produktionen nach sich ziehen mussten. volume "1" wird nun via constellation records am 30. september an den mann gebracht. unter dem moniker off world erscheint die aufnahme einer zweitätigen session, die mit zumeist vintage synthesizern und etlichen instrumenten wie geige, banjo, cembalo, gitarre und klavier absolviert wurde. die vermengung des organischen materials mit seinem elektronischen gegenüber macht taumeln. die musik ist nicht zu fassen, nicht einzuordnen und bedrängt den hörer in seiner weisen akzentsetzung jedoch unaufhörlich. vor allem der nachstehende track "wonder farm" ist hier für beweis genug.

Sonntag, September 25, 2016

neue töne (1669): summer crowd stereo


das cover, in grautönen gehalten, deutet einen torso an, der zweifelsohne vorhandene kopf jedoch wird ins nebulöse verfrachtet, als lösten sich mit den gedanken, worten, liedern die identität ihres erschaffers auf. als wäre alles gesagt, getan, um sich der fesseln, die ein zweifelsfrei zu erkennendes konterfei bedeuten, zu entledigen. doch so ganz einfach wird es nicht mit summer crowd stereo, dem musikalischen soloausdruck, hinter dem sich der hamburger sven weiss verbirgt.

er singt mit angesengter stimme, die falsett variante hielt zweifelsohne eine zeitlang, da sich junge männer entschieden, der rockmusik eine neue färbung zu verpassen. bei summer crowd stereo drängt sie sich auf und macht dennoch nicht den eindruck von konzeption, sondern bebildert eher ein bedrängnis, eine notwendigkeit, als wäre diesem großen, kräftigen kerl die luft enzogen. doch auch das trifft nicht ganz. weiss ist in seinen lieder beheimatet, er hat hier ein zuhause, ein wohlbefinden tritt an den hörer heran, das nicht von unbill, ungnade oder fehlender befriedigung erzählen könnte. freilich kann auch weiss diese welt nicht verstehen, aber er hat einen weg gefunden, ihr einen namen zu geben. mitsamt der akustischen gitarre, die mehr als nur ein begleitinstrument denn angetraute, mitwisserin ist, tastet er sich durch eine ganz persönliche harmonienwelt. die songs sind einträglich und fassen zumeist umgehend, manchen kann man noch im nachgang mit den eigenen lippen formen. summer crowd stereo geht noch einen schritt weiter und formt manche nummer aus, etwas hall und ein paar spuren addiert, so dass aus dem hintergrund elemente eingebunden werden, die eine fülle versprechen, wie sie der oft karge beginn nicht erahnen lassen wollte.

und doch sind die stärksten momente jene, in denen töne nachwabern, in denen die stille das nachebben von worten ermöglicht, die in ihrer einfachheit und klarheit die konturen schärfen. für den blick auf diesen singer/songwriter, der sich regelmäßig auf den bühnen dieses landes sehen lässt, der so gar nicht ins nebulöse gerückt werden will. im gegenteil möchte er dem gegenüber ins auge sehen.
eine erste gelegenheit ist dieses neue album, "parallels and meridians" ist ende august auf couch 'n' candle erschienen, eine andere u.a. die nachfolgenden konzerttermine.

28.09.16 Café Waldi, Leipzig
29.09.16 &Rausch, Dresden
06.10.16 Sissikingkong, Dortmund
10.10.16 Goldene Krone, Darmstadt
12.10.16 Ohrwurm, Frankfurt
14.10.16 Fermac's, Mannheim

Samstag, September 24, 2016

glotzt nicht so romantisch (722): slothrust


was Ihr wissen müsst. leah, kyle und will bringen ihr album "everyone else" am 28. oktober auf dangerbird records heraus. das trio aus brooklyn hat mit seiner single "horseshoe crab" bereits im vorfeld für furore gesorgt. der rest liegt bei Euch und slothrust. mich erinnert die truppe an eine softe ausgabe von  heartless bastards. hier der rock, dort der blues, dort diese einträgliche stimme, hier als ein element unter vielen. jeweils gut die waage zwischen mut und mainstream haltend.


Freitag, September 23, 2016

glotzt nicht so romantisch (721): laura gibson


photo by shervin laine

so malade danieder zu liegen, ist wahrlich keine besonders schöne angelegenheit. dazu mangelt es mir auch noch an disziplin. also aushalten..., ruhig der genesung zu harren usw. doch der energiemangel weist mich schon ordentlich in die schranken.

die wunderbare amerikanerin ist gerade noch auf europa rundreise, leider mit nur wenigen daten in deutschland (heute noch frankfurt, morgen hamburg), dafür lässt sie uns aber an einem neuen video zum aktuellen album "empire builder" teilhaben: laura gibson:

Mittwoch, September 21, 2016

neue töne (1668): z tapes


heute gibt es mal einen gastbeitrag, geschrieben von b. masius und tief in die seele dieses blogs getroffen, tausend dank an b. und Euch viel spaß!

"Seit 2013 betreibt Filip Zemčík fast im Alleingang das rührige Kassetten-Label Z Tapes mit Sitz in Bratislava. Die dort beheimateten Künstler rekrutieren sich hingegen vornehmlich aus Kanada, den USA, Australien oder dem UK, in jüngster Zeit gibt es aber auch immer mal Releases aus Nischenländern wie Spanien oder Deutschland.
In kurzen Abständen sind seitdem über 40 Kassetten erschienen. Liebevoll gestaltetet und immer mit einer freundlichen Botschaft des Labelbetreibers versehen. Die Kassetten kosten 7 € pro Stück und sind jeweils auf 70 Stück limitiert, Re-Releases sind derzeit nicht geplant. Digitale Alben über Bandcamp erhältlich.
Filip Zemčík ordnet seine Veröffentlichungen grob als DIY oder Lo-fi Bedroom Music ein, ganz gleich ob das nun freakigen Folk, schrabbeligen Garagenrock, Dream Pop oder elektronische Experimente betrifft. Auch klanglich ist zwischen lowester Fidelity und professioneller Ambition wirklich alles möglich.
Die wohl bekanntesten Vertreter auf Z Tapes wie folgt:
FOX ACADEMY aus Portland wurden bereits an anderer Stelle abgefeiert, ihr harmoniegetränkter durch leichte Störgeräusche gebrochener Pop wird schon mal mit dem frühem Van Dyke Parks und Panda Bear verglichen, was ja nicht die schlechtesten Referenzen sind.
CANDY (Melbourne) sind das aktuelle alter Ego von Calum Newton (Lunatics on Pogosticks) und haben sich Sixties-infizierten Indie- und Twee-Pop, sowie einer Vorliebe für markante Bassläufe a la New Order auf die Fahnen geschrieben und bereits eine größere Fanbase in Australien.
Unter dem Moniker DYING ADOLESCENCE vertont das 18-jährige Lofi-Pop-Wunderkind Michael Barker aus Sidney "my experiences, like finishing high school, meeting girls I’ll never get, turning 18 and feeling lonely" - das Ende der Jugend halt...
Unbedingt zu empfehlen sind außerdem noch, die auf Woodsist-Niveau musizierenden Folk-Rock-Slacker GOVIER, GHOSTBUSTERS VHS' Bedroom-Symphonien, BUDDY HOLLIDAY mit wilcoesken Post-Rock, SKATINGS “Hometown Basement Sentimentals”, der etwas aus der Reihe fallende Dance-Pop von IZE, sowie FOG LAKE, die exakt so klingen, wie sie auch heißen...
Und während ich dies hier schreibe, hat Filip, der nebenbei auch noch „United Cassettes“ und den Blog „start-track.com“ betreut, bestimmt schon die nächsten Kassetten am Start, also immer Augen und Ohren offenhalten…"

Dienstag, September 20, 2016

eingestreut (984): sun angle


sun angle sind charlie salas humara, papi fimbres und marius libman. der dreier stammt aus portland und legt ende oktober auf xray records das album "skullflower" vor. das besondere an diesem trio ist diese süße schwere des blues, die fleetwood mac einst in sämige melodien und harmoniegesang packte. hier addieren sich punkige querschläger und die lust am jammen, wie wir sie bei grateful dead nie missen mussten. die truppe gibt es seit 2010 und selten war sie unlimitierter wie heute. nichtsdestotrotz verweisen wir auch auf den 2013er release "diamond junk", den Ihr Euch in gänze auf bandcamp reinziehen könnt. er weist all die potentiale auf, die sun angle fortan auszeichnet.